Bild & Ton

Filmporträt: Ali – „C‘est ça qu‘on m‘a éduqué“

Der Film ist endlich fertig und kann auf Vimeo angeschaut werden:

Viel Spass.

 

Hardware zum Film

Kamera

Wir haben uns entschieden, die ersten Szenen während des Eindunkelns zu filmen. Deshalb fiel unsere erste Wahl auf die Canon EOS 5D oder die Sony PXW-FS5, da beide einen Vollformatsensor resp. einen Super35 CMOS Sensor integriert haben. So kann mit einer kleineren ISO/Gain mehr Licht aufgenommen werden. Alle Shots sollten auf dem Stativ gedreht werden. Deshalb benötigen wir nicht unbedingt eine Videokamera zwecks Bildstabilisierung. Leider waren zum Zeitpunkt der Ausleihe nur noch zwei Kameras verfügbar: die Sony PDW X-70 und die Canon XF205. Wir haben uns aufgrund der Lichtstärke und Sichtung von Beispielaufnahmen für die Sony PDW X-70 entschieden putty ssh key , denn die Canon rauschte bei nicht optimalem Licht schon sehr bald. Somit erübrigte sich auch die Wahl eines Objektivs. Für ein besseres Color Grading haben wird ohne Bildprofil im Format XAVC gefilmt. So konnten wir das Endergebnis farblich nach unserem Geschmack anpassen. Bei den Aufnahmen blieben wir stets unter 6 dB Gain, doch auch so war ein kleines Rauschen in den letzten Nachtszenen nicht zu vermeiden, was nur mit einem lichtstärkeren Setup möglich gewesen wäre. Durch das Videocodierungsformat H.264 entstanden dann nochmals kleine Qualitätsverluste an schwarzen Stellen, welche einem nicht geschulten Auge jedoch nicht auffallen.

Die Kamera mit dem integrierten Objektiv verfügt über eine geringere Tiefenunschärfe als die Kameras mit grösserem Sensor. Vor allem beim Fokus auf Objekte, die einige Meter entfernt sind, gab es erst bei sehr kleiner Blendenzahl eine Unschärfe. Aus diesem Grund konnten wir mit einer eher weit geöffneten Blende filmen, ohne Ali oder den Hintergrund aus dem Fokus zu verlieren. Mit dem Umgang der Kamera haben wir gelernt, dass es für Nachtszenen nur einen minimen Zeitraum gibt. Ausserdem waren wir uns gewohnt, die Sensorsensitivität als ISO anzugeben. Dies erforderte ein Umdenken in Dezibel. Mit unseren Wunschkameras wäre sicherlich noch mehr möglich gewesen, doch wir konnten mit den gewählten Kameraeinstellungen doch noch einiges aus der Kamera mit 1,0“-CMOS-Sensor herausholen. Kapazität der Akkus und verfügbarer Speicherplatz waren ausreichend.

Kamerastativ

Wir hatten vor, bei einigen Szenen mit einem Kameraschwenk zu filmen. Vor allem die Szenen, in denen Ali Fahrrad fährt, eigneten sich besonders gut, um horizontal mitzudrehen. Jedoch auch bei den restlichen Aufnahmen hatten wir bis auf wenige Ausnahmen immer mit dem Stativ gefilmt. Aus diesem Grund benötigten wir ein Videostativ mit gutem Stativkopf. Wir wurden fündig mit dem Model Sachtler System Ace L “Freddie Wong“ Edition. Es war einfach aufzubauen, auszurichten und zu transportieren – perfekt für unseren Einsatz.

Mikrofone

Für den Ton des Interviews haben wir uns mit einem Lavalier und einem Funkset ausgerüstet. Die ersten Testaufnahmen des Sennheiser Kamerafunksets EW-112p G3-C hörten sich zu unserer Überraschung schlecht an. Ein Clipping war zu hören, obwohl das Signal auf ca. –12 dB gepegelt war. Uns war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bewusst, dass das Signal auf dem Sender, dem Empfänger und vor allem an der Kamera richtig eingestellt werden müssen. Doch auch hier hatten wir unerwartete Probleme: Obwohl das Signal vom Empfänger nicht mehr verstärkt wurde, hatten wir am Sender und Empfänger nicht dieselbe Tonqualität. Nachdem wir alle Geräte auf dieselben Peaks gepegelt hatten und es sich gut anhörte, starteten wir das Interview. Wir mussten im Nachhinein feststellen, dass der Ton trotzdem viel schwächer war, als auf der Kamera angegeben. Beim nächsten Mal müssen wir vermutlich sämtliche Geräte zuerst auf die Werkseinstellungen zurücksetzen.

Als Backup benutzten wir den Zoom Recorder H4-N, den wir neben Ali verstecken konnten. Auf diese Aufnahmen waren wir jedoch nicht angewiesen, da der Ton des Lavaliers trotz leichten Korrekturen deutlich klarer war. Im Audiosignal des Zoom Recorders hörte man, dass er ein wenig weiter von Ali war als das Lavalier-Mikrofon. Als zweites Mikrofon hätte sich ein Richtmikrofon vermutlich besser geeignet, doch leider war zum Zeitpunkt der Ausleihe keines mehr verfügbar. Den Zoom Recorder konnten wir jedoch wiederum für die weiteren Szenen sehr gut benötigen, um die Geräusche der Umgebung aufzuzeichnen. Das Lavalier-Mikrofon haben wir Ali auch auf dem Fahrrad angesteckt. Es hat zusätzlich einige Geräusche des Fahrrads und des Strassenverkehrs aufgenommen.

Licht

Künstliches Licht benötigten wir nur beim Interview. Wir haben uns für das LED Panel SWIT S-2120C auf einem Manfrotto Ranker Lichtstativ entschieden. Zusätzlich hatten wir zwei Reflektoren, die wir extern organisieren konnten. Im Raum des Interviews gab es ein fest installiertes Licht. Das Panel haben wir auf dieselbe Wärme (Anzahl Kelvin) eingestellt und den Diffusor davor installiert. Das Licht war jedoch noch zu stark, weshalb wir mit Backpapier das Licht weicher machten, bis wir zum gewünschten Resultat kamen. Wir installierten ihn leicht von der rechten Seite, während das vorhanden Licht von oben kam. Mit den beiden Reflektoren wurde die andere Gesichtshälfte leicht aufgehellt. Anstelle der beiden Reflektoren wäre auch ein zweiter LED Panel möglich gewesen, da wir das Interview ebenfalls am Abend durchgeführt hatten und somit kein Sonnenlicht vorhanden war.

Probleme gab es mit diesem Equipment keine. Mit zusätzlicher Erfahrung wäre lediglich das Einrichten einige Minuten schneller gegangen. Die Szenen auf dem Fahrrad konnten wir nicht zusätzlich beleuchten. Das würden wir auch beim nächsten Mal wieder so machen. Für die letzten Takes war es dann aber doch ziemlich dunkel

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.